Oliver Kahn der Torhüter

Oliver_Kahn_06-2004Viel ist gesagt, geschrieben und berichtet worden über Oliver Kahn. Seine sportlichen Leistungen als Torhüter im Fußball sind beeindruckend. Weltpokalsieger, Europameister, UEFA-Champions-League-Sieger, UEFA-Pokal-Sieger, Vize-Weltmeister und der dritte Platz beim Konföderationen-Pokal sind seine wichtigsten internationalen Erfolge. Zur Torhüter-Legende machen ihn aber hauptsächlich seine Erfolge in Deutschland. Oliver Kahn war 8 mal deutscher Fußballmeister. Damit gehört er neben Mehmet Scholl und Bastian Schweinsteiger zu den drei Bundesligaspielern, die diesen Rekord halten. DFB Pokalsieger und DFB Liga-Pokalsieger wurde er jeweils 6 mal. Diese Bilanz einer Fußballer Kariere ist absolut einmalig. Oliver Kahn hat sich aber auch wenn er nicht im Tor stand einen Namen gemacht, als ein engagierter Mannschaftskapitän, Spielführer, Fußballkommentator, jemand der offene Kommunikation nicht scheut und ein ehrliches Interesse daran hat den Fußballsport auf viele Arten zu fördern. Unmittelbar verbunden ist Oliver Kahn auch mit dem FC Bayern München, wo er fast seine gesamte Fußballerkarriere verbracht hat.

Oliver Kahn der Mensch

Geboren wurde Oliver Kahn am 15. Juni 1969 in Karlsruhe als Sohn des Bundesliga Profi-Spielers Rolf Kahn. Im Alter von 6 Jahren begann er beim Karlsruher FC Fußball zu spielen. Oliver Kahn durchlief dort den Jugendbereich wo er schon als Torhüter spielte. Nach dem Wechsel in die Amateurmannschaft des KSC gab dann 1987 sein Bundesligadebüt als KSC Profi. Während seines ersten Profijahre in der Bundesliga legte er 1988 in Karlsruhe auch seine Abiturprüfung ab. Nach 7 Jahren als Torwart des Karlsruher SC wechselte Oliver Kahn dann 1994 zum FC Bayern München für die höchste Ablösesumme, die bis dahin jemals für einen Torhüter gezahlt wurde. In München blieb Oliver Kahn bis zum Ende seiner Profi-Karriere im Tor. Am 27. Mai 2008 bestritt er sein letztes Profi-Spiel für den FC Bayern. Seinen Rücktritt von der Nationalmannschaft hatte er bereits nach dem gewonnenen Spiel um Platz 3 bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland erklärt. Nach seiner aktiven Fußballerkarriere hat Oliver Kahn an der Privatuniversität Schloss Seeburg, nördlich von Salzburg in Österreich studiert und sein Studium 2011 erfolgreich mit einem Master in Business Administration abgeschlossen. Seit Juli 2011 ist Oliver Kahn mit seiner Frau Svenja verheiratet, mit der er einen Sohn hat. Mit seiner Ex-Frau Simone hat er ebenfalls 2 Kinder. Seit einigen Jahren ist Oliver Kahn nicht nur als Fußballexperte und Kommentator für das ZDF tätig, sondern betreibt auch ein Medienunternehmen und hat sich als Key Note Redner und Buchautor einen Namen gemacht. Privat liegt ihm seine Stiftung, die Oliver-Kahn-Stiftung, welche sich um sozial benachteiligte junge Menschen kümmert am Herzen. Auch hier ist er mit vollem Einsatz bei der Sache und Oliver Kahn ist in die Stiftungsprojekte in Südafrika und Deutschland eingebunden und trägt aktiv zu deren Erfolg bei.

Auszeichnungen und Anerkennungen

Neben den oben schon erwähnten sportlichen Erfolgen hat Oliver Kahn eine Reihe von Auszeichnungen und Ehrungen erhalten. Seine Bilanz ist auch hier mehr als beeindruckend. Er wurde 3 mal zum Welttorhüter des Jahres gewählt, bei der Fußballweltmeisterschaft 2002 in Südkorea erhielt er den Goldenen Ball als bester Spieler der Weltmeisterschaft. Diese Ehre wurde Oliver Kahn als erstem und bisher einzigem Torhüter überhaupt zuteil. Daneben ist er seit 2008 Ehrenspielführer des FC Bayern München, erhielt 2 mal den deutschen Medienpreis Bambi, wurde 2 mal als Deutscher Fußballer des Jahres ausgezeichnet, 5 mal als Bester Bundesliga-Torhüter und 4 mal als UEFA Torhüter des Jahres. Die vollständige Liste der Auszeichnungen und Ehrungen ist noch viel länger und unterstreicht neben seinen besonderen Leistungen im Fußball auch sein persönliches Engagement für den Sport.

Oliver Kahn’s Kontroversen, Skandale und direkte Worte

Football-gloves_Oliver_KahnDer Torhüter Oliver Kahn war immer ein Mann direkter Worte, ehrlicher Meinungsäußerungen und hat auch seine Emotionen manchmal sehr offen gezeigt. Mit diesem Aspekt seiner Persönlichkeit hat er sich zu seinen aktiven Fußballer-Zeiten nicht immer nur Freunde gemacht. Bis heute in Erinnerung geblieben ist zum Beispiel seine versuchte Beißattacke auf Borussia Dortmund Stürmer Heiko Herrlich, nachdem dieser ihn im Strafraum bei einem Sprung leicht touchiert hatte und Oliver Kahn danach versuchte ihn in den Hals zu beißen. Bei Reportern und Interviewern war er ebenfalls, insbesondere bei Befragungen direkt nach Spielen für seine offenen Worte und Kritik auch an der Presse gefürchtet. Während seiner ersten Ehe machte er in der Boulevardpresse Schlagzeilen durch angebliche und tatsächliche Affären.

Legendär ist ebenfalls ein Wutausbruch Oliver Kahn’s in Zusammenhang mit der Angabe einer Dopingprobe bei einem Champions League Spiels 2007, wofür er eine Geldstrafe von umgerechnet ca. 12000 Euro zahlen musste und für ein Spiel in der Champions League gesperrt wurde. Als Jürgen Klinsmann als Trainer der Nationalmannschaft ihn im Vorfeld der Fußball Weltmeisterschaft nicht zum 1. Torwart nominierte, sondern statt dessen den erklärten Erzfeind Jens Lehmann mit dieser Position bedachte rechneten viele damit, dass Oliver Kahn ganz von der Nationalmannschaft zurücktritt. Dieser jedoch verkündete in einer eigens einberufenen Pressekonferenz, dass er auch als Nummer 2 für das Team spielen werde und erstaunte damit viele seiner Kritiker. Auch als 2008 in München sein Buch “Ich. Erfolg kommt von innen” erschien rechneten viele mit einem Enthüllungsbuch, oder zumindest mit einer bitteren Abrechnung mit seinen ehemaligen Weggefährten. Oliver Kahn überraschte auch hier und präsentierte in dem Buch ehrliche Inneneinsichten eines Erfolgsmenschen und gibt Auskünfte und Ratschläge zum Thema Erfolg.

Ohne Zweifel ist der Torwart Titan in seiner Karriere oft angeeckt und hat damit bei Mitspielern, Reportern, der breiten Öffentlichkeit, seinen Fans und auch seinem Verein nicht nur Pluspunkte gesammelt. Seine Ehrlichkeit, auch seine ehrlichen Emotionsausbrüche auf dem Spielfeld und sein großes Engagement für den Fußball haben aber dazu beigetragen, dass er die Legende wurde, die er heute ist: Ein Torwart-Titan mit Leib und Seele, der immer ein Mensch geblieben ist.