Boris Becker der Tennisspieler

Den Deutschen in Erinnerung geblieben ist Boris Becker bis heute als Sieger des Wimbledon Tennis Turniers im Juli 1985 in London. Dieser Sieg machte ihn über Nacht weltbekannt und besonders für die Deutsche Öffentlichkeit zu einem besonderen Sporthelden. Als erster ungesetzter Spieler, als erster Deutscher Spieler und natürlich als jüngster Spieler überhaupt gewann er nach einem spannenden Finalmatch das bekannteste Tennis Turnier der Welt. Es war nur der Beginn seiner langen und sehr erfolgreichen Karriere im Internationen Tennis, aber in der Wahrnehmung der Deutschen Öffentlichkeit ist er viele Jahre der 17 jährige Nachwuchsspieler aus Leimen geblieben.

Leben und aktive Karriere im Tennis

Boris Becker wurde am 22. November 1967 in Leimen geboren und trat bereits 1974 dem Tennisclub Blau-Weiß Leimen bei und begann zu trainieren. Bereits drei Jahre später wurde in die deutsche Jugend-Auswahlmannschaft des Deutschen Tennis Bundes aufgenommen, wo er 1981 in die 1. Herrenmannschaft wechselte. Nur weitere vier Jahre später in denen er weitere nationale und erste internationale Erfolge gefeiert hatte wurde er 1985 Juniorenweltmeister und entschied das erste Tennis-Grand-Prix Turnier beim Queen’s Club Turnier in London für sich. Der 7. Juli 1985 war dann der Tag, der seine Karriere im Tennis und sein Leben für immer ändern sollte. Nach 3:1-Sätzen im Finale gegen Kevin Curren gewann er das bedeutendsten Tennisturnier der Welt in Wimbledon. Der 17 jährige Leimener war plötzlich ein Star in der Tenniswelt und in Deutschland war er von dem Zeitpunkt an ein Teenager-Idol, Sportvorbild, wurde als Tennis Wunderkind gefeiert und sorgte sogar dafür das der Tennissport eine mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhielt, die bis dahin nicht vorstellbar war. Tennis wurde direkt nach Fußball zum populärsten Zuschauersport. 1985 wurde er in Deutschland auch zum Sportler des Jahres gewählt.

In den folgenden 11 Jahren durchlief er eine außergewöhnlich erfolgreiche Karriere im Tennis Profisport. In Wimbledon stand er insgesamt 7 mal im Finale, wobei der in den Jahren 1985, 1986 und 1989 als Sieger vom Platz ging. Boris Becker errang in seiner Karriere 64 Turniersiege, davon 49 im Einzel. Auf sein Konto gehen 35 Siege bei ATP Turnieren, 5 Siege bei der Super-9-Serie, 3 Siege bei Turnieren der ATP-Weltmeisterschaft und 6 Grand Slam Turnieren. Außerdem gewann er bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona eine Goldmedaille im Doppel. Sein letzter großer Turniersieg war am 8. Dezember 1996 der Gewinn des Grand Slam Cup in München. 1997 wurde er zum Teamchef der Deutschen Davis-Cup-Mannschaft gewählt und trat im Jahr 1999 vom Profi Sport zurück.

Ehrungen, Auszeichnungen und Rekorde

Boris Becker hat im Profi Tennissport zweifellos eine außergewöhnliche und extrem erfolgreiche Karriere hinter sich gebracht. Neben den zahlreichen Turniergewinnen hat Boris Becker einige Rekorde im Tennis aufgestellt. 1985 wurde er jüngster bisheriger Wimbledon-Sieger sowie seinerzeit jüngster Sieger eines Grand-Slum-Turniers überhaupt. Im selben Jahr wurde er auch jüngster Sieger eines Davis-Cup-Turniers. Im Jahr 1986 gewann er innerhalb von 14 Tagen drei Internationale Tennis Turniere auf drei verschiedenen Kontinenten. Daneben hat er zahlreiche Auszeichnungen für sein Engagement für den Tennssport und den Sport allgemein erhalten. So wurde er in Deutschland 4 mal zum Sportler des Jahres gewählt, und 2 mal zu Europas Sportler des Jahres. Außerdem erhielt er den Deutschen Fernsehpreis, das Silberne Lorbeerblatt, den Bambi, wurde in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen und erhielt zahlreiche weitere nationale und internationale Preise und Ehrungen. Mit der Bufonaria borisbeckeri Parth wurde 1996 sogar eine Meeresschneckenart nach Boris Becker benannt.

Boris Becker nach seiner aktiven Tenniskarriere

Die erste Zeit nach seiner aktiven Tenniskarriere verbrachte Boris Becker mit verschiedensten Projekten und investierte in diverse Unternehmungen. Beruflich ist Boris Becker nach wie vor in viele unterschiedlichen Bereichen engagiert, widmet sich aber auch einigen karitativen Organisationen. Boris Becker ist Inhaber von 3 Mercedes – Autohäusern, Tennis-Experte für die britischen Fernsehsender der BBC, Kolumnist für verschiedene Zeitungen im deutschsprachigen Raum, Buchautor und Sportberater. Nach seiner aktiven Tenniskarriere hat er außerdem 10 Jahre aktives Mitglied im Wirtschaftsbeirat des FC Bayern München, hat sich in den Jahren 2013 und 2014 einen Namen als Trainer von Novak Đoković gemacht, den er zum Sieg in Wimbledon geführt hat und war von 2007 bis 2013 beim Online Poker Portal PokerStars unter Vertrag. Er nahm in dieser Zeit als Amateur an Pokerturnieren teil und nahm 2008 in Monte Carlo sogar an einem Profi-Pokerturnier der European Poker Tour als Amateur teil.

Boris Becker’s Skandale und sein Bild in der Presse

Insbesondere nach seiner aktiven Karriere als Profi Tennisspieler geriet das all die Jahre durch die Presse vermitteltete Bild des immer lächelnden, supererfolgreichen und liebenswürdigen Jungtennisspielers aus Leimen immer mehr zu einer Karikatur von Boris Becker. Auf der einen Seite genoß Boris Becker immer noch die volle Aufmerksamkeit der Boulevardpresse, auf der anderen Seite konnte er sich nach seiner Karriere im Tennis mit anderen Dingen beschäftigen, die nicht immer ganz so erfolgreich waren. So wie die Presse jahrelang seine Erfolge besonders groß gefeiert hatten wurden nun z.B. geschäftliche Mißerfolge und Affären von Boris Becker als besonders negativ dargestellt. Er trug durch einen Prozess um Steuerhinterziehung bei dem er verurteilt wurde, der Veröffentlichung einer Autobiographie die er selber hinterher als Fehler bezeichnet hat, der Zeugung eines außerehelichen Kindes, einiger Kurzzeitaffären und Ähnlichem aktiv dazu bei das von der Presse erstellte Bild von Boris Becker zu korrigieren. Er ist seit Jahren in Sozialen Medien und anderen Kanälen aktiv dabei seine Sicht der Dinge zu publizieren, um ein Gegenwicht zur Teils sehr negativen zu seiner Person zu schaffen.