Die deutsche Fußballnationalmannschaft – seit 115 Jahren

DFBEagle.svgObwohl die Geschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft schon im Jahre 1900 mit der Gründung des Deutschen Fußballbundes (DFB) – und damit sogar vier Jahre vor Gründung des Fußballweltverbandes FIFA – beginnt, schrieb die DFB-Elf  vor allem nach dem zweiten Weltkrieg Geschichte und ist heute eine der erfolgreichsten Fußballnationalmannschaften aller Zeiten.

Die ersten Jahre nach Gründung des Verbands waren vor allem von chaotischen Strukturen und einem ineffizienten Spielernominierungssystem geprägt war (Vereinen wurde zum Teil vorgeschrieben, welche Spieler sie nominieren durften, und auf welchen Positionen sie das zu tun hatten). Der Fußball war noch ein reiner Amateursport und die Zuschauerzahlen und Stadien noch nicht mit den heutigen vergleichbar.

An den ersten Weltmeisterschaften nahm die deutsche Fußballnationalmannschaft zwar teil (mit Ausnahme der ersten Fußballweltmeisterschaft 1930 in Uruguay), doch waren die ersten Turniere nur von mäßigem Erfolg und die deutsche Mannschaft landete stets hinter den damaligen Rivalen Schweiz und Österreich.

Kein Länderspiel bis 1950

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu einem jahrelangen Ausschluss deutscher Sportverbände von internationalen Wettbewerben. So durfte auch die deutsche Fußballnationalmannschaft bis 1950 kein offizielles Länderspiel bestreiten. Schließlich wurde der DFB dank der Initiative des schweizerischen und des englischen Verbandes wieder in die FIFA aufgenommen – eine Entscheidung, die vor allem die Engländer bereuen sollten, da Deutschland fortan zum Angstgegner wurde.

Zunächst gelang der DFB-Elf nur vier Jahre nach ihrer Wiederzulassung Historisches, denn im Finale der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz schlug die Mannschaft von Trainer Sepp Herberger mit Spielern wie den Brüdern Fritz und Ottmar Walter und allen voran Helmut Rahn völlig überraschend Ungarn mit 3:2. Der Sieg gegen die zuvor jahrelang ungeschlagenen und hoch favorisierten Ungarn ging als Wunder von Bern in die Geschichte des Fußballs ein und machte Spieler und Trainer zu Legenden.

In einer anschließend von dem legendären Pelé und Brasilien dominierten Ära dauerte es für die deutsche Mannschaft weitere zwölf Jahre, bis sie ihren nächsten Erfolg verbuchen konnte. 1966 kam es im Londoner Wembley Stadion zum Aufeinandertreffen im Erzrivale England, das sich dank des bis heute umstrittenen sogenannten Wembley-Tores zum Weltmeister krönte.

Doch während es für das Mutterland des Fußballs der bis heute einzige internationale Titel blieb, sollten die Deutschen noch zahlreiche weitere Titel holen.

Der nächste folgte 1974, als Beckenbauer, Netzer und Co. in München gegen die Niederlande zum zweiten Mal Weltmeister wurden.

Europameister

Die nächsten Titel folgten sogleich, denn bereits 1976 konnte man zum ersten Mal auch Europameister werden und verteidigte diesen Titel auch 1980 im Finale von Rom gegen Belgien.

Bis zum nächsten Weltmeistertitel dauerte es allerdings ganze 16 Jahre, denn nachdem man zuvor zweimal das Finale der Weltmeisterschaft verloren hatte (1982 gegen Italien, 1986 gegen Argentinien), schlug man Letztere 1990 – erneut in Rom – mit 1:0 und wurde zum dritten Male Weltmeister.

Die Erfolgsgeschichte schien sich erneute fortzusetzen, doch im Finale der Europameisterschaft 1992 in Schweden waren die Dänen besser. Allerdings gelang vier Jahre später die Wiedergutmachung und man wurde – ausgerechnet in England – zum dritten uns bisher letzten Mal Europameister.

Anschließend begann für die deutsche Nationalmannschaft eine lange Durststrecke, die 18 titellose Jahre brachte. Diese konnte durch das Tor Mario Götzes im WM-Finale von Rio de Janeiro am 10. Juli 2014 gegen „Lieblingsgegner“ Argentinien beendet werden.

Insgesamt stehen für die deutsche Fußballnationalmannschaft vier Weltmeistertitel zu Buche (die zweitmeisten hinter Brasilien). Hinzu kommen drei Europameistertitel (die meisten, gemeinsam mit Spanien).